Ein Blick in die Geschichte


Waltringen wird erstmals erwähnt in einem Heberegister des Klosters Werden aus dem 12. Jahrhundert. Als einer, der diesem Kloster Abgaben liefern musste, wird Elo tho Waltarichuson genannt. Der Name weist wohl auf sächsischen Ursprung und bedeutet etwa „zu den Häusern des Walter". Diese Hufe des Elo gehörte bis zur Aufhebung im 19. Jahrhundert zu dieser Werdener Benediktinerabtei.

Im Jahr 1270 kaufte das Kloster Oelinghausen eine Hufe Land von dem Ritter Siegfried von Hachen, der noch 1313 den Zehnten zu Waltringen besaß. Der in Werl amtierende Richter Volkmar von Walterinckhusen war geborener Waltringer. Er verwendete für seine Urkunden von 1463 bis 1482 ein Siegel mit einer Rose und zwei Blättern, auf das unser heutiges Wappen zurückzuführen ist.


Alte Ansicht von Waltringen mit Blick auf die 1854 erbaute Kapelle
Alte Ansicht von Waltringen mit Blick auf die 1854 erbaute Kapelle

Zahlreiche Höfe in Waltringen waren dem Haus Oevinghausen als Gutsherren unterstellt. Für 1489 finden wir dessen Hof „auf dem Schüngel" in einem Rentenbrief. Andere Höfe in Waltringen waren den Rittersitzen Fürstenberg, Füchte oder Höllinghofen abgabepflichtig.

Ab 1536 finden wir in den Schatzungsregistern des Herzogtums Westfalen die Haushalte Waltringens, teilweise mit Vieh- und Knechteverzeichnis, niedergeschrieben. Ab dem Jahr 1641 sind in den Kirchenbüchern die Taufen, Heiraten und Sterbefälle verzeichnet.

Die Höfe behielten seit dem Mittelalter Namen und Größe. Die Größe der Ackerländer wurde 1807 in Soester Morgen und Ruthen bemessen. Die Höfe besaßen daneben aber auch Hochwald im heutigen Werler Stadtwald.




In der Kriegschronik des Dorfes für Waltringen von 1914 wird ohne die zugehörigen Ortschaften eine Einwohnerzahl von 345 Personen angegeben. Aus Waltringen, Blumenthaler Haar, Vierhausen und Oevinghausen wurden im selben Jahr bereits 59 Männer zum Kriegsdienst eingezogen. Bis zum Ende des Krieges hatte diese Dörfer 16 Gefallene und Vermisste zu beklagen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Waltringen am 10. April 1945 zum Kriegsschauplatz. Amerikanische Einheiten beschossen die Siedlung, da sie dort Wehrmachtsstellungen vermuteten. Die deutschen Soldaten befanden sich jedoch nicht mehr im Ort. Mehr als zehn Häuser wurden durch die schweren Artilleriegranaten in Brand geschossen. Sogar die Marienkapelle wies an der Westseite einen Einschlag auf. Schließlich wurde der Scheinflughafen auf der Haar das Ziel der Angriffe.  


Hof Westhoff
Hof Westhoff

Beim Wiederaufbau der zerstörten Häuser zeigte sich die beispielhafte Dorfgemeinschaft. So holten die Waltringer Einwohner Steine, die aus der Steinkuhle am Haarweg gebrochen wurden, und Sand aus der Ruhr musste über weite Strecken transportiert werden, da die Brücke bei Haus Füchte gesprengt war.

 

Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurde die Gemeinde Ense am 01. Juli 1969 aus 14 selbständigen Orten gebildet. Sie umfasste die Ortsteile Bilme, Bittingen, Bremen, Gerlingen, Höingen, Hünningen, Lüttringen, Niederense, Oberense, Parsit, Ruhne, Sieveringen, Volbringen und Waltringen.